Vom Kieselstein zur Klorolle: Spannendes rund um die Geschichte des Toilettenpapiers.

Wie man sich den Po am besten putzt, darüber grübeln die Menschen seit jeher. Angefangen hat alles vor langer Zeit mit der «bösen Hand»: Gemeint ist die linke Hand, die in sehr vielen Kulturen zur Körperreinigung diente. Dies ist einer der Gründe warum es Tradition ist, sich mit Rechts die Hand zu geben. Doch schon bald begann ein Teil der Menschheit, Hilfsmittel zum Abwischen zu nutzen – von Kieselsteinen über Moos bis hin zu Seidentüchern.

Ihrer Zeit voraus: die Chinesen

Wie so oft, waren die Chinesen auch auf dem Gebiet der Toilettenhilfsmittel fortschrittlicher als unsere Ahnen. Da die Menschen im fernen Osten bereits Jahrhunderte vor diesen auf Papier schrieben, lag es nahe, dass sie sich irgendwann auch weitere Einsatzmöglichkeiten überlegten. Allerdings war Papier damals etwas sehr Kostbares. Daher blieb seine Nutzung als Klopapier im 6. Jahrhundert nach Christus allein dem Kaiser vorbehalten. Ab 1391 jedoch produzierten die Chinesen pro Jahr jedoch beachtliche 720 000 Blätter Toilettenpapier mit nahezu gigantischen Massen: etwa 60 mal 90 Zentimeter. So kam fortan auch die chinesische Oberschicht in den von Toilettenpapier; die ärmere Bevölkerung musste sich weiterhin mit «Natur pur» behelfen.

Im alten Rom und Mittelalter

Die alten Römer hatten eine Bürste entwickelt, die aus einem Stock mit einem festgebunden Schwamm bestand. Bevor der Nächste damit schrubbte, tränkten sie die Bürste mit Salzwasser. Diese Innovation geriet jedoch – wie Baukunst und Philosophie – weitgehend in Vergessenheit. Europa machte im Mittelalter auch toilettentechnischzunächst eher einen Rückschritt. Die Menschen benützten erneut kratziges Stroh oder Blätter, wie schon zuvor die Germanen. Auch in Europa war der Adel privilegiert und nutzte Schafwolle oder nasse Lappen, welche die französische Oberschicht ab der Renaissance durch Spitze ersetzte.

Zeitungen als WC-Papier

Erst ab 1700 gab es bei den Toilettenhilfsmitteln wieder einen Durchbruch. Zeitungen wurden immer erschwinglicher – und die Leute merkten schnell, dass sich diese nach dem Lesen wunderbar zweitverwenden liessen. Diese Tradition hielt sich lange und verschwand erst in den letzten Jahrzehnten nach und nach.

Toilettenpapier auf Rollen

Ab 1857 verkaufte der New Yorker Joseph Gayetty Schachteln gefüllt mit seinem Aloe-getränkten «medizinischen Papier». Er war auf diese «greatest necessity of the age» so stolz, dass er seinen Namen auf jedes einzelne Blatt druckte. Ganz anders der Erfinder des Toilettenpapiers auf Rollen, wie wir es heute kennen: Die amerikanische Scott Paper Company genierten sich derart, dass sie ihr Produkt Ende des 19. Jahrhunderts zunächst unter den Namen einiger ihrer Industriekunden auf dem Markt einführte – unter anderem dem New Yorker Waldorf Hotel.

Die Erfindung von Hans Klenk

Klenk brachte Anfang der 1920er Jahre die erste WC-Rolle mit garantierter Blattzahl auf den Markt – und machte aus Toilettenpapier einen Markenartikel. Mit dieser Innovation legte Hans Klenk den Grundstein für den Erfolg von Hakle und brachte den Verbraucher zur Umgewöhnung auf die Hakle-Rolle. Der erste Slogan des cleveren Unternehmers: «Verlangen Sie eine Rolle Hakle, dann brauchen Sie nicht Toilettenpapier zu sagen!»

Wichtige Meilensteine von Hakle

1958 gelang den Machern von Hakle ein entscheidender Entwicklungsschritt – das Papier wurde von Krepp auf Tissue-Qualität umgestellt und damit zum absoluten Premiumprodukt. 1972 präsentiert Hakle erstmals dreilagiges Toilettenpapier «Super-Vlaush» in Tissue-Qualität. 12 Jahre später folgt das erste vierlagige Toilettenpapier: Hakle Lady.

Weich und reissfest

Mehrere reissfeste, aber dennoch weiche Lagen gelten heute in Sachen Toilettenpapier als das Nonplusultra im deutschsprachigen Raum. Denn insbesondere Deutschschweizer und Österreicher sind «Falter»: Sie legen fürs Poabwischen mehrere Blätter aufeinander. Dafür muss das Papier dick und reissfest sein, damit das «Produkt» nicht auf der Hand landet. Gleichzeitig wünschen sich die Verbraucher das Papier jedoch auch weich und flauschig.

Recycling-Papier

Die perfekte Kombination: Hakle Toilettenpapier ist wunderbar weich, äusserst reissfest und dabei umweltschonend. Denn alle Hakle Produkte sind FSC™* zertifiziert – und stehen damit für eine umwelt- und sozialverträgliche Waldbewirtschaftung. Ein Teil des in Niederbipp produzierten Toilettenpapiers besteht sogar aus Recyclingpapier, welches ebenfalls zum grössten Teil aus der Schweiz kommt.

Hätten Sie’s gewusst?

Einer Untersuchung zufolge liegt der weltweite durchschnittliche Bedarf an Klopapier pro Toilettengang bei 8,6 Stück: Am Tag summiert sich der Verbrauch pro Person somit auf insgesamt 57 Stück. Daraus ergibt sich ein jährlicher Verbrauch an Klopapier von über 20’000 Blättern pro Jahr pro Person.

*FSC™ C013545

((Quelle: http://www.spektrum.de/quiz/wann-hat-sich-toilettenpapier-durchgesetzt/856230;

http://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/tests/kassensturz-tests/wc-papier-weich-aber-selten-oekologisch;

http://haetten-sie-gewusst.blogspot.ch/2011/03/toilettenpapier-wie-viel-klopapier-wird.html))

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